Pressemitteilung

„Wir haben ein massives Problem mit struktureller Gewalt gegenüber Frauen“

Zur heutigen (21.9.2018) Berichterstattung über eine Gewalttat in der Landesunterkunft Boostedt sagt die frauenpolitische Sprecherin der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, Aminata Touré:
Wir erleben derzeit bundesweit tagtäglich Berichte über Hetzjagden, sogenannte Trauermärsche und Gegendemonstrationen zu Gewaltdelikten, bei denen die Nationalität des Täters eine größere Rolle spielt als die schrecklichen Taten an sich. An jedem dritten Tag wird in Deutschland eine Frau von ihrem Partner oder Ex-Partner getötet. Wir haben ein massives Problem mit struktureller Gewalt gegenüber Frauen.
Davor machen leider auch nicht die Flüchtlingsunterkünfte halt. Das ist das Hauptproblem, dem wir uns als politisch Verantwortliche stellen müssen. Deshalb fordern wir Grüne auch das Benennen von männlicher Gewalt und zwar unabhängig von Nationalität und die Stärkung von Präventionsarbeit, um Gewalt gegen Frauen Einhalt zu gebieten.
Wir haben das Innenministerium nach Bekanntwerden der Gewalttat heute direkt um Aufklärung gebeten und gemeinsam mit den Koalitionspartnern eine Sondersitzung des Innen- und Rechtsausschusses beantragt. Wir haben als Grüne nicht den Eindruck, dass das Innenministerium hier bewusst verschwiegen hat, sondern den üblichen Weg gegangen ist, dies in einer Pressemitteilung auch dargestellt hat und die Ermittlungen abwartet.

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